Fallstudie: BNK reduziert Beleuchtung um 98% im Windpark Sønder Bork

X. August 2026

Fallstudie

Ausstattung des Windpark Sønder Bork mit dem light:guard-System zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung

Der Windpark Sønder Bork Lüdersdorf liegt in der Gemeinde Wriezen in Brandenburg, etwa 50 km nordöstlich von Berlin. Er besteht aus drei Vestas-Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 11,6 MW. In unmittelbarer Nähe befinden sich drei Flugplätze.

Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde das light:guard-System zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) installiert. Das BNK-System nutzt Transpondersignale und Multilateration, um die Position von Flugobjekten zu erkennen. Erst wenn sich ein Flugzeug in der Nähe befindet, wird die Beleuchtung des Windparks aktiviert. So wird die nächtliche Lichtverschmutzung reduziert, während gleichzeitig die Sicherheit für den Luftverkehr gewährleistet bleibt.

Für die Analyse der Ein- und Ausschaltzeiten der Lichter im Windpark Lüdersdorf wurden sechs Monate von September 2024 bis Februar 2025 betrachtet. Die durchschnittliche Licht-aus-Zeit lag bei 92,61% und das trotz hoher Flugaktivität in der Umgebung durch die angrenzenden Flugplätze. Der Anteil der Licht-an-Zeit und der Fehler war minimal, was für die hohe Qualität des Systems spricht.

Inhalt

Ausgangssituation

Umsetzung

Ergebnisse

Standort

Der Windpark Sønder Bork liegt im Ortsteil Sønder Bork der Gemeinde Hemmet in der Region Midtjylland (Dänemark), rund 100 km nördlich der deutschen Grenze in der Nähe der Nordseeküste. Er besteht aus fünf Vestas-V162-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 30 MW (je 6 MW pro Anlage). Der Standort befindet sich in ländlicher Umgebung – weitab von größeren Ortschaften, inmitten der dänischen Landschaft.

Herausforderung

Dänische Vorschriften verlangen die Detektion von Flugobjekten ab 300 Fuß (ca. 91 m) über Grund. Für Light:Guard bedeutete das Projekt Sønder Bork gleich mehrere Besonderheiten:

 viel in Dänemark ist nah an der Küste, wir testen Near-Shore
 
  • Neues regulatorisches Umfeld: Es handelt sich um eines der ersten BNK-Pilotprojekte von Light:Guard in Dänemark – ein wichtiger Schritt zur Etablierung der Technologie im skandinavischen Markt.
  • Ungewöhnliche Installationshöhe: Während Light:Guard-Receiver (LGR) in deutschen Vestas-Windparks typischerweise in 80 bis 175 m Höhe über Grund verbaut werden, ließ die Übergabestation am Standort Sønder Bork eine Installation auf Grundniveau zu – mit Antennen auf lediglich ca. 4–5 m Höhe. Damit handelt es sich nach aktuellem Kenntnisstand um die weltweit niedrigste Onsite-LGR-Installation.
  • Line-of-Sight-Analyse: Die Voranalyse ergab eine vielversprechende Sichtverbindung (Line of Sight) für den LGR auf alle fünf V162-Anlagen. Die Sichtverbindung zur Übergabestation war bei Antennen auf 2 m Höhe zwar nicht optimal, aber ausreichend für den Start einer Pilotinstallation.
Abbildung 1: Der Windpark Sønder Bork auf der Karte. Die roten Markierungen bezeichnen die einzelnen Anlagen, gelb ist die Übergabestation.
Receiverantenne an der Außenwand eines Hauses
Abbildung 2: Antenne des Light:Guard-Receivers an der Übergabestation

Lösung

Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Markterschließung in Dänemark installierte das Hardware-Entwicklungsteam (R&D) von Light:Guard Anfang März 2026 den LGR vor Ort. Gemeinsam mit dem dänischen Projektpartner wurden der Receiver auf Grundniveau und die Antennen außen an der Übergabestation befestigt.

Da am Standort kein bestehender Receiver-Verbund für Multilateration verfügbar war, kam eine virtuelle LCU (Light Control Unit) zum Einsatz, die eigens für dieses Projekt Mitte/Ende Februar 2026 entwickelt wurde. Diese innovative Lösung ermöglicht die BNK-Steuerung auch ohne herkömmliche Hardwareinfrastruktur in der Anlage.

Ergebnisse

Für die Analyse der Ein- und Ausschaltzeiten der Lichter wurden sechs Monate von März 2026 bis Juli 2026 betrachtet.

Seit dem 9. März 2026 liefert das System zuverlässige Berichte. Über einen Zeitraum von sechs Monaten zeigten sich hervorragende Ergebnisse:

  • Systemverfügbarkeit: 98 %
  • Licht-aus-Zeit: 96,7 %
 

Der Anteil der Licht-an-Zeit und der aufgetretenen Fehler war minimal – ein Beleg für die hohe Qualität des light:guard-Systems auch unter den besonderen Bedingungen einer niedrigen Bodeninstallation in einem neuen regulatorischen Umfeld.

usammengefasste Ausschaltzeiten aller Windparks im Windpark Lüdersdorf von September 2024 bis Februar 2025
Tabelle 1: Zusammengefasste Ausschaltzeiten im Windpark Lüdersdorf von September 2024 bis Februar 2025
Prozentuale Anteile des Beleuchtungsstatus (Windpark Lüdersdorf, Januar 2025)
Abbildung 3: Prozentuale Anteile des Beleuchtungsstatus (Windpark Lüdersdorf, Januar 2025)

Zufrieden mit den Ergebnissen

Was die Beteiligten sagen

„Mit der Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung erfüllen wir nicht nur unsere gesetzliche Pflicht, sondern können auch ein guter Nachbar für die lokale Bevölkerung sein. Mit Light:Guard haben wir uns dabei für den richtigen Partner entschieden. Dank ihres Systems sind die Nächte in Lüdersdorf dunkel.”

„Der Windpark Lüdersdorf war eines unserer ersten BNK-Projekte. re:cap und wir haben dabei viel Pionierarbeit bei einer neuen Technologie geleistet. Schön, dass wir das Vertrauen mit guten Ergebnissen zurückzahlen können.“

„Mit der Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung erfüllen wir nicht nur unsere gesetzliche Pflicht, sondern können auch ein guter Nachbar für die lokale Bevölkerung sein. Mit Light:Guard haben wir uns dabei für den richtigen Partner entschieden. Dank ihres Systems sind die Nächte in Lüdersdorf dunkel.”

BNK für Ihren Windpark

Das light:guard-System zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ist baumustergeprüft und erfüllt alle Vorgaben der AVV. Wir bieten Ihnen das Komplettpaket: von der Installation bis zur Einholung der Genehmigung.

Die Schritte zum dunklen Windpark

Projektablauf

2014

Windpark Sønder Bork wird erbaut und in Betrieb genommen.

2020

re:cap beauftragt BNK bei Light:Guard. Zum Angebot gehören die Ertüchtigung der Befeuerung, die Einholung der Genehmigung und die Ausstattung der Anlagen mit dem light:guard-System.

2021

Der Windpark wird ertüchtigt, das heißt für den Einsatz von Bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung vorbereitet. Dabei wird die alte Befeuerung – die blinkenden Lichter – gegen infrarot- und kommunikationsfähige Lampen ausgetauscht.

Hindernisbefeuerung auf einer Windenergieanlage

5. März 2026

Light:Guard installiert einen Transponderempfänger – den Light:Guard-Receiver – im Windpark. Verbaut wird er mitsamt der Antenne in bzw. an der Übergabestation.

6. März 2026

Das light:guard-System wird in Betrieb genommen und detektiert Flugzeuge und Hubschrauber mittels Transpondersignalen.

Februar 2024

Die Freigabe der Behörde ist erfolgt, der Anlagenhersteller leitet das Signal weiter. Das BNK-System ist aktiv und die Lichter im Park sind aus. Der Windpark Lüdersdorf verfügt nun über eine funktionierende Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung.

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Portrait von Robert Stadler

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Erklärgrafik zur Light:Guard Shutdown Control für die Mahdabschaltung

Danach erhalten Sie ein unverbindliches Angebot. Bei Annahme zahlen Sie eine einmalige Summe für den Anschluss und eine jährliche Gebühr für die Shutdown Control. Diese wird verbaut, aktiviert und ihr Windpark erfüllt alle Auflagen.

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Portraitfoto von Eileen Hänel

Wir prüfen, ob Ihr Park in einem unserer vermessenen Gebiete steht. Falls ja, muss bei Ihnen kein Light:Guard-Receiver installiert werden.

 

Screenshot einer Deutschlandkarte, auf der die Transponderempfänger der Light:Guard GmbH als Punkte eingezeichnet sind

Danach wird ihr Windpark mit der nötigen Hardware ausgestattet. Diese kann bei Vestas- und Nordex-Anlagen auch schon ab Werk verbaut werden. Dann wird Ihr Park an unser System angeschlossen und die Anlagen dunkel geschaltet.

Im Vordergrund ein Windpark mit Windrädern im Sonnenuntergang. Im Hintergrund ist ein Dorf

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