Fallstudie: BNK reduziert Beleuchtung virtuell um 97% im Windpark Sønder Bork

X. September 2026

Fallstudie

Simulation des light:guard-Systems zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung im Windpark Sønder Bork

Der Windpark Sønder Bork liegt in der Region Midtjylland in Dänemark, rund 100 km nördlich der deutschen Grenze. Er besteht aus fünf Vestas-V162-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt.

Aufgrund der geplanten Einführung von Bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung (BNK) in Dänemark wurde dieser Windpark als Pilotprojekt auserkoren. Zusammen mit den dänischen Behörden und dem Betreiber sollte gezeigt werden, wie BNK nach dänischer Gesetzgebung aussehen könnte. In diesem ersten Schritt soll die die BNK ausschließlich im Berichtsmodus betrieben werden, ohne dass die Hindernisbefeuerung ausgeschaltet wird.

Normalerweise unterdrückt das BNK-System die Befeuerung im Windpark, solang sich kein Flugobjekt in der Nähe befindet. Diese Detektion erfolgt mittels Transpondersignalen. In diesem Pilotprojekt wurde das light:guard-System zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) installiert und detektierte Flugobjekte zuverlässig.

Für die Analyse der Ein- und Ausschaltzeiten der Lichter wurde eine virtuelle Light Control Unit entwickelt, um die Steuerung der Befeuerung zu simulieren. Dabei wurden die Daten über sechs Monate von März 2026 bis September 2026 betrachtet. Die durchschnittliche Licht-aus-Zeit lag bei 97% und die Verfügbarkeit des Systems bei 98%. Somit konnte die Funktionalität und Leistungsfähigkeit des light:guard-Systems nach aktueller Gesetzeslage in Dänemark nachgewiesen werden.

 

Inhalt

Ausgangssituation

Umsetzung

Ergebnisse

Standort

Der Windpark Sønder Bork liegt im Ortsteil Sønder Bork der Gemeinde Hemmet in der Region Midtjylland (Dänemark), rund 100 km nördlich der deutschen Grenze in der Nähe der Nordseeküste. Er besteht aus fünf Vestas-V162-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 30 MW (je 6 MW pro Anlage). Der Standort befindet sich in ländlicher Umgebung, weitab von größeren Ortschaften. 

Herausforderung

Aktuell gibt es in Dänemark noch keine Gesetzgebung, die Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung an Windenergieanlagen erlaubt. Ein entsprechendes Gesetz ist in Arbeit, wurde aber bisher mehrmals verschoben. Sønder Bork ist daher das erste BNK-Pilotprojekt in Dänemark. Mit diesem sollte gezeigt werden, wie BNK nach aktueller Gesetzgebung in Dänemark aussehen könnte. Dafür wurde das Pilotprojekt als Reporting-Projekt mit den dänischen Behörden und dem Betreiber geplant.

Die gesetzlichen Anforderungen für BNK in Dänemark sind schon weitestgehend bekannt. Beispielsweise verlangen die dänischen Vorschriften die Detektion von Flugobjekten ab 300 Fuß (ca. 91 m) über Grund. Dadurch konnten die Rahmenbedingungen klar definiert werden, um das BNK-System im Windpark realistisch zu simulieren.

Während Light:Guard-Receiver (LGR) in deutschen Windparks typischerweise in 80 bis 175 m Höhe über Grund verbaut werden, ließ der Standort Sønder Bork nur eine Installation auf Grundniveau zu – mit Antennen auf lediglich ca. 4–5 m Höhe. Damit handelt es sich nach aktuellem Kenntnisstand um die weltweit niedrigste Receiver-Installation für BNK.

Abbildung 1: Der Windpark Sønder Bork auf der Karte. Die roten Markierungen bezeichnen die einzelnen Anlagen, gelb ist die Übergabestation.
Receiverantenne an der Außenwand eines Hauses
Abbildung 2: Antenne des Light:Guard-Receivers an der Übergabestation

Lösung

Zur Detektion von Flugobjekten im Umkreis des Windparks Sønder Bork wurde ein Light:Guard Receiver verbaut. Hardware-Spezialist Heiko Nöldeke war im März 2026 vor Ort, um den Receiver zu installieren. Gemeinsam mit dem dänischen Projektpartner wurden der Receiver auf Grundniveau und die Antennen außen an der Übergabestation befestigt.

Da die Befeuerung der fünf Anlagen aufgrund der fehlenden Gesetzgebung noch nicht durch das light:guard-System unterdrückt werden darf, wurde die Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung simuliert. Dafür kam eine virtuelle Light Control Unit (LCU) zum Einsatz, die eigens für dieses Projekt entwickelt wurde. Normalerweise steuert die LCU die Befeuerung im Windpark – in diesem Fall war sie nur für das Reporting zuständig.

Ergebnisse

Für die Analyse der Ein- und Ausschaltzeiten der Lichter wurden sechs Monate von März 2026 bis September 2026 betrachtet.

Seit dem 9. März 2026 liefert das System zuverlässige Berichte. Über einen Zeitraum von sechs Monaten zeigten sich hervorragende Ergebnisse:

  • Systemverfügbarkeit: 98 %
  • Licht-aus-Zeit: 96,7 %
 

Der Anteil der Licht-an-Zeit und der aufgetretenen Fehler war minimal – ein Beleg für die hohe Qualität des light:guard-Systems auch unter den besonderen Bedingungen einer niedrigen Bodeninstallation in einem neuen regulatorischen Umfeld.

usammengefasste Ausschaltzeiten aller Windparks im Windpark Lüdersdorf von September 2024 bis Februar 2025
Tabelle 1: Zusammengefasste Ausschaltzeiten im Windpark Lüdersdorf von September 2024 bis Februar 2025
Prozentuale Anteile des Beleuchtungsstatus (Windpark Lüdersdorf, Januar 2025)
Abbildung 3: Prozentuale Anteile des Beleuchtungsstatus (Windpark Lüdersdorf, Januar 2025)

Zufrieden mit den Ergebnissen

Was die Beteiligten sagen

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„Wir konnten mit dieser Fallstudie zeigen, dass das light:guard-System auch unter diesen besonderen Bedingungen zuverlässig arbeitet: in einem neuen regulatorischen Umfeld, mit einer ungewöhnlich niedrigen Receiver-Installation und nach den für Dänemark vorgesehenen Detektionsanforderungen. Jetzt hoffen wir, dass das Gesetz in Dänemark bald verabschiedet wird, damit wir das Blinken auch dort reduzieren können.“

Portrait von Felix Weiss

„Ich bin der Heiko und ich bin auch dabei”

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Das light:guard-System zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ist baumustergeprüft und erfüllt alle Vorgaben der AVV. Wir bieten Ihnen das Komplettpaket: von der Installation bis zur Einholung der Genehmigung.

Projektablauf

2022

Der Windpark Sønder Bork wird erbaut und in Betrieb genommen.

2025

Sdr. Bork Vind K/S und Light:Guard beginnen mit der Zusammenarbeit. Es wird vereinbart, ein drei- bis sechsmonatiges Pilotprojekt durchzuführen. Dieser Pilot soll die Funktionalität und Leistungsfähigkeit des light:guard-Systems zur Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung gemäß den dänischen Vorschriften testen. In diesem ersten Schritt soll die die BNK ausschließlich im Berichtsmodus betrieben werden, ohne dass die Hindernisbefeuerung ausgeschaltet wird.

Januar 2026

Light:Guard führt die Voranalyse im Windpark durch, um den besten Standort für den Light:Guard Receiver (LGR) zu finden. Die sogenannte Line-of-sight-Analyse fällt positiv aus. Es wird entschieden, den LGR an der Übergabestation anzubringen.

Light:Guard-Mitarbeiter Heiko Nöldeke im Windpark Sonder Bork

Februar 2026

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in Dänemark dürfen die Anlagen noch nicht dunkel geschaltet werden. Anstatt eine normale Light Control Unit (LCU) zu installieren, die die Befeuerung im Windpark steuert, entwickelt Light:Guard daher eine virtuelle LCU. Diese virtuelle LCU misst und bereitet die Daten auf. In den Reports kann somit nachvollzogen werden, wie oft das BNK-System verfügbar war und wie lang das Blinken theoretisch unterdrückt werden könnte.

4. März 2026

Light:Guard installiert den Transponderempfänger – den Light:Guard-Receiver – im Windpark. Verbaut wird er mitsamt der Antenne in bzw. an der Übergabestation. Mit einer Höhe von fünf Metern über Grund ist dieser der niedrigste Receiver in einem Windpark überhaupt.

9. März 2026

Das light:guard-System wird in Betrieb genommen und detektiert nun die Transpondersignale von Flugobjekten. Das Pilotprojekt für BNK in Dänemark ist gestartet und sammelt Daten.

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Erklärgrafik zur Light:Guard Shutdown Control für die Mahdabschaltung

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Portraitfoto von Eileen Hänel

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Screenshot einer Deutschlandkarte, auf der die Transponderempfänger der Light:Guard GmbH als Punkte eingezeichnet sind

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Im Vordergrund ein Windpark mit Windrädern im Sonnenuntergang. Im Hintergrund ist ein Dorf

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